im Dezember 2013

Mitgliederinformation

Energiegemeinschaft beteiligt sich an Bietergemeinschaft f√ľr den Windstandort Zollstock-Springstein

Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder,

wie in der vergangenen Woche in der Presse zu lesen war, werden sich die Stadtwerke Backnang und Murrhardt und die Energiegenossenschaften Backnang, Murrhardt und des Weissacher Tals in einer gemeinsamen Bietergemeinschaft f√ľr den Standort Zollstock-Springstein bewerben. Damit ist es in der Region gelungen, die Interessen der Anrainergemeinden an diesem Standort in Form einer gemeinsamen Bewerbung zu b√ľndeln. Unsere Energiegemeinschaft geh√∂rt durch die Gemeinde Auenwald zu den Anrainern, da der Standort zum Teil auf Auenwalder Gebiet liegt bzw. unmittelbar angrenzt.

Wie ist der aktuelle Stand?

Eigent√ľmer und Verp√§chter der ma√ügeblichen Fl√§chen ist Forst-BW (Staatliche Forst¬≠verwal¬≠tung). Die Angebote f√ľr die Anpachtung der Fl√§chen m√ľssen bis zum 18. Dezember eingereicht werden. Die Ent¬≠schei¬≠dung, welcher Bewerber den Zuschlag erh√§lt, wird bis Ende Februar erwartet. Zollstock-Spring¬≠stein gilt als einer in der Region am besten geeigneten Standorte, aufgrund dessen wird mit einer gr√∂√üeren Zahl von Bewerbern gerechnet.
Es ist der erste Schritt. Ob wir den Zuschlag bekommen werden, ist ungewiss. Zumindest haben wir jedoch Konkurrenz unter den lokalen Akteuren (weitgehend) vermieden.

Erste artenschutzrechtliche Untersuchungen haben stattgefunden, vorl√§ufige Wind¬≠unter¬≠suchungen wurden durch¬≠ge¬≠f√ľhrt. Ein Windmast mit einer H√∂he von 100¬†m soll unmittelbar nach Zu¬≠schlags¬≠er¬≠tei¬≠lung aufgestellt werden. Der Windmast wird die Wind¬≠ge¬≠schwindig¬≠keit 12¬†Monate ‚Äď also einen gesamten Jahres¬≠zyklus ‚Äď lang messen. Unter Ber√ľck¬≠sichti¬≠gung der f√ľr Februar zu er¬≠warten¬≠den Zu¬≠schlags¬≠er¬≠teil¬≠ung, des erforder¬≠lichen Wind¬≠mess¬≠zeit¬≠raums und der Bauzeit k√∂nnten sich dann im ersten Halbjahr 2015 die Windr√§der am Zoll¬≠stock/Spring¬≠stein drehen.

Zum Standort:

Aus den artenschutzrechtlichen Untersuchungen ergaben sich bislang keine Erkenntnisse, die auf eine Gefährdung bedrohter Arten (Rotmilan, Fledermäuse) hindeuten. Diese ersten Erkenntnisse werden durch weitere Untersuchungen erhärtet.
F√ľr den Bau der Anlagen kann die vorhandene Infrastruktur weitgehend genutzt werden, so dass Wege-Bauma√ünahmen und damit weitreichende Eingriffe in die Landschaft begrenzt sind. Notwendig sind nat√ľrlich die Betonsockel f√ľr die Windr√§der selbst.

Die vorliegenden Gutachten weisen ein Windaufkommen (die Experten sprechen von Windh√∂figkeit) aus, das √ľber der im GROKO-Koalitionsvertrag festgelegten F√∂rdergrenze von 75¬†% des Referenzertrages liegt. Der Referenzertrag ist ein an einem freiangeblasener K√ľstenstandort gemessener langfristiger Windertrag. Wenn sich dieser Wert in den noch zu erstellenden Gutachten best√§tigt, d√ľrfte der Standort auch wenn die Vorgaben im Koalitionsvertrag Gesetz werden, nicht gef√§hrdet sein. Damit w√ľrde der Standort eine hervorragende Ausgangsbasis bieten.

Erforderliche Genehmigungen:

F√ľr den Bau der Anlagen reicht die Zuschlagserteilung, eine entsprechende Ausweisung im Fl√§chennutzungsplan, eine ausreichende Windh√∂figkeit und artenschutzrechtliche Unbedenklichkeit allein nicht aus.

Notwendig ist dar√ľber hinaus eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchGenehmigung). Dieses Gesetz bestimmt in ¬ß 5, dass genehmigungsbed√ľrftige Anlagen so zu errichten und zu betreiben sind, dass zur Gew√§hrleistung eines hohen Schutzniveaus f√ľr die Umwelt insgesamt

  • ‚Äěsch√§dliche Umwelteinwirkungen und sonstige Gefahren, erhebliche Nachteile und erhebliche Bel√§stigungen f√ľr die Allgemeinheit und die Nachbarschaft nicht hervorgerufen werden k√∂nnen;
  • Vorsorge gegen sch√§dliche Umwelteinwirkungen und sonstige Gefahren, erhebliche Nachteile und erhebliche Bel√§stigungen getroffen wird, insbesondere durch die dem Stand der Technik entsprechenden Ma√ünahmen;
  • ‚Ķ..‚Äú

Das Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz ist ein sehr anspruchsvolles Verfahren, weil darin s√§mtliche Um­welt­aus­wir­kungen einer Anlage be­r√ľck­sichtigt und gew√ľrdigt werden m√ľssen.

Zum Projekt:

Neben den unabdingbaren √∂kologischen Faktoren m√ľssen f√ľr uns als den Mitgliedern verantwortliche Energie¬≠ge¬≠mein¬≠schaft auch die √∂konomischen Anforderungen erf√ľllt sein. Diese h√§ngen von einer Vielzahl von Ein¬≠flu√ü¬≠faktoren ab. Im Wesent¬≠lichen sind ‚Äďneben dem Wind¬≠auf¬≠kommen – zu nennen:

  • Die Pachtkonditionen
  • Die Finanzierungskonditionen (Fremdkapitalzinsen, Anteil des eingesetzten Eigenkapitals)
  • Der Anlagentyp
  • Die Verg√ľtung
  • Wartungskosten

Eine Reihe dieser Faktoren ist planbar bzw. Teil der Investitions¬≠ent¬≠schei¬≠dung. Nicht planbar ist das Wind¬≠auf¬≠kommen. Hier gilt es, auf Basis der Messungen und vorliegenden Gutachten vorsichtige Annahmen zu treffen, die mit sehr hoher Wahr¬≠schein¬≠lich¬≠keit eintreten werden. Wenn ‚Äď wie angenommen – die Bedin¬≠gungen des Koalitions¬≠ver¬≠trages erf√ľllt werden, d√ľrfte die Verg√ľtung f√ľr 20 Jahre abgesichert sein. Innerhalb dieses Zeit¬≠raumes muss sich die Anlage amortisieren.
Die vom Projektierer W.I.N.D Energien GmbH, Dettingen unter Teck, auf Basis der bisher vor¬≠liegen¬≠den Erkennt¬≠nisse vorgenommenen Berech¬≠nungen, recht¬≠fer¬≠tigen die Annahme, dass auch unsere √∂konomischen An¬≠forderungen erf√ľll¬≠bar sind.
Mit unserer Betei¬≠ligung an der Bieter¬≠ge¬≠mein¬≠schaft haben wir noch keinerlei Kosten und Risiken √ľbernommen. Dies wird erst nach weiterer ein¬≠ge¬≠hender Pr√ľfung der Kalku¬≠lation und ihrer Grund¬≠lagen der Fall sein.

Bedeutung f√ľr die B√ľrger unserer Region:

Wenn es uns gelingt, durch unsere Bewerbung die Verantwortung f√ľr den Windpark in unserer Region zu halten, haben wir ein ma√ügebliches Mitentscheidungsrecht √ľber die

  • Umweltvertr√§glichkeit der Anlagen
  • die Anzahl der zu erstellenden Anlagen (nicht die maximal m√∂gliche Anzahl von Windr√§dern, sondern eine¬†- auch optisch¬†- vertretbare Anzahl)
  • ein H√∂chstma√ü an Transparenz und Information, um ‚Äď falls notwendig – in die Prozesse eingreifen zu k√∂nnen

Auch bietet das Projekt die Chance f√ľr weitergehende √úberlegungen (z. B. regionale Vermarktung des erzeugten Stromes, Einbindung in ein regionales oder lokales Gesamtkonzept zur Energieerzeugung und ‚Äďversorgung aus erneuerbaren Energiequellen).
Nicht zuletzt behalten wir die Wertsch√∂pfung in der Region und k√∂nnen ‚Äď falls unsere Anforderungen erf√ľllt werden ‚Äďunseren Mitgliedern und B√ľrgern eine attraktive Geldanlage anbieten.

Bedeutung f√ľr die Energiegemeinschaft und ihre Mitglieder:

Seit ihrer Gr√ľndung im Herbst 2008 hat die Energiegemeinschaft Weissacher Tal eV in Photo¬≠voltaik investiert. Bis zum Jahr 2011 wurden 10 Anlagen mit einer Gesamt¬≠spitzen¬≠leistung von etwa 350 kW errichtet, dann gingen der Genossen¬≠schaft die √∂ffent¬≠lichen D√§cher aus, so dass keine neuen Projekte mehr realisiert werden konnten. Das f√ľhrte zu einem Auf¬≠nahme¬≠stopp f√ľr neue Mitglieder und seither haben wir eine Warte¬≠liste mit Interessen¬≠ten, die Anteile bei der Energie¬≠gemein¬≠schaft erwerben m√∂chten, denn im Vergleich zu den d√ľrftigen Zinsen auf Spar¬≠gut¬≠haben sind die Renditen von zuletzt 4% recht attraktiv. Unser Anspruch wird es sein, dieses Niveau nachhaltig nicht zu unter¬≠schreiten.

In unseren √úberlegungen gehen wir davon aus, ein Windrad zu √ľbernehmen. Es wird mit einem Investitions¬≠volumen f√ľr ein Windrad mit einer Nenn¬≠leistung von 2500 bis 3000 kW mit bis zu 5 Mio gerechnet. Als Energie¬≠ge¬≠mein¬≠schaft wachsen wir damit in andere Dimen¬≠sionen.

Sicherlich wird es auch Vorbehalte gegen den Standort geben. Man wird die Windr√§der sehen aber aufgrund der Abst√§nde zu bewohnten Gebieten nicht h√∂ren. Wir haben vor ‚Äď nach Zuschlagserteilung – in Mitglieder- und B√ľrgerversammlungen geeignete Visualisierungen aus den unterschiedlichen Richtungen zu pr√§sentieren, damit sich alle B√ľrger eine konkretere Vorstellung von den Anlagen in ihrer Umgebung machen k√∂nnen.

Auch bei evtl. vorhandenen Vorbehalten √ľberwiegen die sich bietenden Chancen. Denn ‚Äď machen wir uns nicht vor – unter den gegebenen Pr√§missen wird auf dem Gebiet Zollstock-Springstein ein Windpark entstehen- durch wen auch immer.

Uns allen d√ľrfte wohler sein, wenn wir dabei sind.

In diesem Sinne w√ľnschen wir Ihnen ein sch√∂nes und besinnliches Weih¬≠nachtsfest und ein gutes, gesundes und ener¬≠gie¬≠rei¬≠ches Neues Jahr.

Der Vorstand

Rolf Heller         Udo Schm√ľlling         Reinhard Kn√ľdeler


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