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Erstes Windrad geht ans Netz

25. April 2021

Nachdem die Windkraftanlage Zollstock/Springstein nicht realisiert werden konnte, beschloss die Energiegemeinschaft Weissach Tal (EGWT) 2019 sich an dem Windpark „Falkenhöhe“ der Teckwerke zu beteiligen. Mit 200.000 € stieg die EGWT in das Projekt mit drei Windrädern im Schwarzwald zwischen Schramberg und Triberg als Mitgesellschafter ein. Mit der erwarteten Stromproduktion können mehr als 10.000 Haushalte mit sauberer Windenergie versorgt und jährlich circa 20.500 Tonnen des Treibhausgases CO2 vermieden werden.


Noch liegen die einzelnen Großbauteile am Boden

Schramberg (Schwarzwald) / Weissach im Tal. Jedes der drei Windräder ist inklusive der Flügel 220 Meter hoch bei einer Nabenhöhe von 149 Metern. Beeindruckende Maße, vor allem wenn man die Möglichkeit hat, die Bausegmente vor dem Zusammenbau am Boden liegend zu besichtigen. Zu so einer Baustellenbesichtigung luden die Teckwerke ein, die ebenso wie die Energiegemeinschaft Weissach Tal zu den Bürgerwerken gehört, der Dachorganisation der Bürger-Energiegenossenschaften. Vorstand Matthias Spinnler und Pressesprecher Thomas Geffken nutzen diese Gelegenheit, um sich Informationen aus erster Hand zu holen.

Zur Baustelle ging es ab von der schon schmalen Straße vier Kilometer über einen Schotterweg und am Eingang stand das große Info-Bauschild, auf dem auch das Logo der Energiegemeinschaft Weissach Tal als Mitgesellschafter abgebildet ist.


Bauschild mit den Gesellschaftern unten links


Ein Windrad ist bereits fertig aufgebaut und betriebsbereit, die beiden anderen liegen zur Montage bereit. Diese erfolgt in den nächsten Wochen. Die unteren beiden Turmsegmente wurde als Viertelschalen zur Baustelle transportiert, da bei einem Durchmesser von sechs Metern ein Transport der Komplettröhre nicht möglich gewesen wäre.


Vorstand Matthias Spinnler im Workout auf der Baustelle

Die einzelnen Röhren, die Flügel und die Gondel mit dem Generator werden mit hunderten von Schrauben verbunden, von denen die größte einen Durchmesser von 65 mm hat und mit Mutter fast 30 kg auf die Waage bringt. Jeder der drei Flügel ist knapp 67 Meter lang, wiegt 70 Tonnen und die Flügelspitzen drehen sich bei Maximallast mit über 200 km/h.


Der Großteil ist versteckt im Erdreich: Das Fundament des Windrads

Fast zu klein mutet dagegen das Fundament an, von dem nur ein Betonkreis mit über 200 Gewindebolzen zu sehen ist. Doch das gesamte Fundament hat einen Durchmesser von 22,5 Metern, ist knapp vier Meter tief und 680 Kubikmeter Beton und Stahl sind pro Fundament verbaut worden. Für die 1.700 Tonnen waren 85 Betonmischer beim Gießen im Einsatz.


Das Fundament wird gegossen | Bild: Olaf Essig (Teckwerke)

Die komplette Anlage soll bis Ende Juni diesen Jahres noch ans Netz und wird dann ca. 13 Megawatt Strom erzeugen. Somit wird hier ein nachhaltiger Beitrag zur Energiewende in Deutschland geleistet. Ein viertes Windrad ist bereits in Planung.

Besonderes Augenmerk auf Umwelt- und Naturschutzbelange

Die Bauphase des Windparks wird durch eine vielschichtige ökologische Baubegleitung inklusive einer zentralen Umweltbaubegleitung betreut. Wissenschaftler entnehmen regelmäßig Wasserproben aus umliegenden Quellen und überwachen den Einfluss des Bauvorhabens auf das Grundwasser. Bodengutachter und ein Team von Biologen sorgen dafür, dass die Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt so gering wie möglich bleiben.

Bei der Planung des Windparks wurde ein besonderes Augenmerk auf die Umwelt- und Naturschutzbelange gelegt. In enger Zusammenarbeit mit Fachbehörden und beteiligten Gemeinden stellte man bereits während der Planungs- und Genehmigungsphase sicher, dass artenschutzrechtliche Bedingungen umfangreich geprüft und eingehalten werden. In diesem Rahmen wurde ein komplexes Maßnahmenpaket erarbeitet, um mögliche Auswirkungen der Windenergieanlagen auf einzelne Tier- und Pflanzenarten zu minimieren und Eingriffe in das Habitat der Tiere auszugleichen. Zur Aufwertung der Habitatstruktur in der Umgebung des Waldes zählen zum Beispiel das Ausbringen von Nistplattformen für Rotmilane oder die Auflockerung von Waldstrukturen, sodass Wespenbussarde vermehrt Nahrung finden. Für den Rotmilan wird zusätzlich durch Aufforstung der Wiese auf der Falkenhöhe ein Ausweich-Habitat geschaffen.


Vorstandstreffen im Röhrensegment mit Pedro da Silva, Matthias Spinnler, Olaf Essig und Felix Denzing (von links)

Vorstand Matthias Spinnler nutzte die Gelegenheit, um sich mit seinen Vorstandskollegen von den Teckwerken auszutauschen. Denn wichtig war der EGWT von Anfang an, dass es sich bei der Investition nicht um eine reine Finanzbeteiligung, sondern um eine unternehmerische Beteiligung handelt, bei der die Energiegemeinschaft zusammen mit den anderen Genossenschaften ein konkretes Mitspracherecht hat.

Nachdem die lokalen Windinitiative vor allem aufgrund der Einwendungen der Flugsicherungsbehörden zurückgestellt wurde, bietet sich mit dem Windpark Falkenhöhe im Rahmen einer genossenschaftlichen Kooperation die Chance, Erfahrungen zu sammeln, ein für die Energiegemeinschaft neues regeneratives, zukunftsträchtiges Geschäftsfeld zu betreten und dabei eine angemessene Rendite zu erzielen. Denn natürlich möchte die EGWT künftig auch eigene Windräder in ihrem Einzugsgebiet betreiben. Die in Aussicht gestellte Abschaltung des UKW-Senders Luburg, das Drehfunkfeuer in Affalterbach, bringt vielleicht wieder Bewegung in Sachen „Windkraft“.

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Text & Fotos: Thomas Geffken


Rückblende 2020


Erste E-Ladestation der Energiegemeinschaft eröffnet

16. Oktober 2020

Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Ian Schölzel eröffnete als „E-Tankwart“ die neue E-Ladestationen der Bürgerenergiegenossenschaft. Diese befinden sich im Baugebiet „Fuchsklinge“ in Unterweissach, An der Tongrube, oberhalb des EDEKA-Marktes.

Künftig muss an den beiden Ladestationen allerdings selbst Hand angelegt werden: Ladestecker einstecken und mit einer Ladekarte bzw. einem Ladeschlüssel den Ladevorgang aktivieren. Alternativ kann auch mit dem QR-Code und einer Kreditkarte der Lade- und Bezahlvorgang gestartet werden. Für die Aktivierung mittels EC-Karte sind die Ladestationen bereits vorbereitet, es fehlt zur Zeit noch die Freigabe von Seiten der abrechnenden Bank. Mit einer Ladeleistung von 22 kW pro Ladestation wird Strom direkt aus dem Blockheizkraftwerk im gleichen Gebäude sowie Strom aus Sonne, Wind und Wasser getankt.

Im bundesweiten Bürger-Ladenetz
Die E-Ladestationen wurden in Zusammenarbeit mit den Bürgerwerken eG, Heidelberg, realisiert, dem größten Zusammenschluss deutscher Energiegenossenschaften. Die Bürgerwerke sind der Kooperationspartner der Energiegemeinschaft Weissacher Tal bei der Lieferung des „Weissacher Tal Ökostroms“. Der „Bürgerstrom“ wird u. a. von vielen kleinen Erzeugern produziert. Die Bürgerwerke sollen als Dachgenossenschaft perspektivisch sicherstellen, dass auch kleine Energieerzeuger am Energiemarkt teilnehmen können, und das große Projekt der Energieversorgung in Bürgerhand stärken.

Torsten Schwarz, Mitbegründer der Bürgerwerke eG Heidelberg, war dann auch der „Einweihungskunde“ an der neuen E-Zapfsäule und lies sich von Bürgermeister Schölzel bedienen „so hat sich die Fahrt doppelt gelohnt“ kommentierte Schwarz lachend und lobte die gute Zusammenarbeit mit der Energiegemeinschaft Weissacher Tal, „die zu den aktivsten Energiegenossenschaften im Verbund gehört.“.

Bernhard Boceck, der bei der Energiegemeinschaft den Bereich E-Mobilität betreut, war sichtlich über den erfolgreichen Abschluss des Erstlingswerks der Genossenschaft in diesem Bereich erleichtert. „Es liegt ein spannender Weg hinter uns trotz des ein oder anderen Stolpersteins“ kommentierte Boceck, „denn auch durch die Projektförderung durch das Bundesverkehrsministerium gab es zahlreiche Einzelpunkte zu beachten". Aktuell muss noch eine Parkplatzmarkierung auf dem Boden aufgebracht werden, obwohl schon ein Hinweisschild vorhanden ist.

 

Anfahrt zu den E-Ladestationen „Fuchsklinge“ erschwert

3. November 2020

Durch die Belagsarbeiten im unteren Teil der Fuchsklinge können unsere E-Ladestationen nur über die Jägerhalde hoch und dann von oben „An der Tongrube“ erfolgen. Voraussichtlich ist die normale Zufahrt ab 9.11. wieder möglich

Wir bitten um Verständnis!


Energiegemeinschaft Weissacher Tal weiterhin auf Erfolgskurs

23. September 2020 | Allmersbach im Tal

Mit guten Nachrichten für die fast 40 anwesenden Mitglieder eröffnete Reinhard Knüdeler, kaufmännischer Vorstand, die diesjährige Berichterstattung zur Generalversammlung in der Turn- und Versammlungshalle in Allmersbach im Tal. Die Energiegemeinschaft kann ihren Mitgliedern auch für 2019 wieder 3 % Dividende ausschütten, „angesichts dem allgemeinen Zinsniveau weiterhin eine attraktive Anlage“, kommentierte Knüdeler.

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Von links: Matthias Spinnler (Vorstand Geschäftsentwicklung), Heilwig Coelle (Mitglied und Schriftführerin im Aufsichtsrat), Reinhard Knüdeler (Kaufmännischer Vorstand), Eberhard Bauer, Manfred Keck und Renate Edelmann (Mitglieder im Aufsichtsrat), Ian Schölzel (Aufsichtsratsvorsitzender)

Alle Zahlen der Genossenschaft stehen auf Wachstum, wobei sich auch der Gewinn zufriedenstellend entwickelt. 2019 erwirtschaftet die Energiegemeinschaft 40 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr, für 2020 wird ein Umsatz 300.000 € angepeilt. Der Jahresüberschuss stieg von 42 auf 50 T€ in 2019. Es ist angesichts der gestiegenen C02-Einsparung ein „gutes“ Wachstum.

Unterstützung gesucht

„Die Mitgliederzahl wächst – die Genossenschaft blüht“ führte Matthias Spinnler, der Vorstand Geschäftsentwicklung weiter aus. Der Ertrag der mittlerweile 22 eigenen PV-Anlagen liegt bei nahezu 100% der projektierten Leistungen und teilweise sogar darüber. 2019 und 2020 wurden vier neue Anlagen installiert und in Betrieb genommen. Auch in der Organisation der Genossenschaft hat sich viel getan: neu im Team ist Elke Wieland (Abrechnungswesen), die Ulrike Hausladen (Buchhaltung) auch bei der Mitgliederverwaltung unterstützt. Der Bereich E-Mobilität wird von Bernhard Boceck bearbeitet, die PV-Anlagenüberwachung erfolgt durch Klaus Becker und Christoph Lösel. Für den Stromvertrieb sind bereits Markus Traub, für Veranstaltungen Martin Lang tätig, jedoch wird für beide Bereiche noch Unterstützung gesucht!

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Jahresabschluss 2019 einstimmig angenommen

Aufsichtsratsvorsitzender Ian Schölzel betonte in seinem Bericht den guten und engen Austausch zwischen dem Vorstand und dem Aufsichtsrat bei allen Projektierungen, gilt es doch immer häufiger auch die politischen Dimensionen von Entscheidungen zu berücksichtigen. Auch kurzfristig anberaumte Sitzungen wurden abgehalten, als es zum Beispiel um die Beteiligung an dem bei Schramberg gelegenen Windpark Falkenhöhe im Schwarzwald ging.

Geordnete wirtschaftliche Verhältnisse

Der Prüfungsbericht des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes, vorgetragen durch Heilwig Coelle, Schriftführerin im Aufsichtsrat, bescheinigt der Energiegemeinschaft „geordnete wirtschaftliche und allgemeine Verhältnisse sowie eine angemessene Organisationsstruktur.“ Die Tätigkeiten des Vorstands sind ebenfalls in Ordnung und der Aufsichtsrat kommt seiner Funktion nach. „Insgesamt ein Urteil, dass sich jede Genossenschaft wünscht“, kommentierte Schölzel weiter und leitete damit die Beschlussfassungen zum Jahresabschluss 2019 ein. Dieser wurde ordnungsgemäß festgestellt und nach einer kurzen Fragerunde einstimmig von allen anwesenden Mitgliedern angenommen.

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Die Beschlussfassung über die die Ergebnisverwendung erfolgte ebenso einstimmig

Auch die von dem Backnanger Stadt- und Kreisrat und Grünen-Politiker Willy Härtner, als Mitglied der Energiegenossenschaft beantragte Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrates erfolgte einstimmig.

Weissacher Bürgermeister Schölzel als Aufsichtsratsvorsitzender bestätigt

Turnusmäßig standen für den Aufsichtsrat Heilwig Coelle, Renate Edelmann, Manfred Keck und Frank Müller sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Ian Schölzel für die nächsten drei Jahren zur Neuwahl an. Alle traten wieder an und wurden einstimmig in ihrem Amt bestätigt.

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Bilder: Thomas Geffken


Einladung zur Generalversammlung 2020

Die diesjährige Generalversammlung findet statt am

Mittwoch, dem 23. September 2020 um 19.00 Uhr
in der Turn- und Versammlungshalle, Im Wachholder 57
in 71573 Allmersbach im Tal

Es ist folgende Tagesordnung vorgesehen:

      1. Eröffnung und Begrüßung
      2. Bericht des Vorstands über das Geschäftsjahr 2019 und Vorlage des Jahresabschlusses
      3. Bericht des Aufsichtsrats über seine Tätigkeit
      4. Bericht über das Ergebnis der Prüfung durch den Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband
      5. Feststellung des Jahresabschlusses 2019
      6. Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung
      7. Entlastung für das Geschäftsjahr 2019
        a. der Mitglieder des Vorstands
        b. der Mitglieder des Aufsichtsrats
      8. Wahlen zum Aufsichtsrat
      9. Projektsituation und Ausblick, Entwicklung 2020
      10. Verschiedenes

Der vollständige Jahresabschluss 2019 liegt in der Geschäftsstelle der Energiegemeinschaft Weissacher Tal im Rathaus Unterweissach, Kirchberg 2 - 4, Zimmer 1, zur Einsicht für die Mitglieder aus.

Ein Covid19 Schutz- und Hygienekonzept liegt der schriftlichen Einladung bei und wird auf der Generalversammlung ausgelegt. Auf die Handhygiene und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bis zum Sitzplatz wird hingewiesen.

Die Einladung können Sie >hier als PDF (115 KB) herunterladen.

Infos / Presse