Nahwärmekonzepte

Wärme für 87 Wohneinheiten

Die Energiegemeinschaft hat bislang vor allem die Stromerzeugung mit Fotovoltaikanlagen vorangetrieben und zahlreiche öffentliche Bauten mit Paneelen bestückt. Mit dem Nahwärmeprojekt betritt sie Neuland. Das war auch Aspa-Geschäftsführer Andreas Benignus bewusst, als es darum ging, wer den Zuschlag für das Projekt bekommen sollte. Immerhin ging es um nicht weniger, als die gesamten Wohnbauten der Aspa auf dem Gelände „zukunftsfähig und zukunftssicher zu versorgen“. Dass die Wahl dabei auf den lokalen Bewerber fiel, lag nach Benignus’ Worten daran, dass die Weissacher das beste Angebot einschließlich eines überzeugenden Konzepts vorlegten.

„Das funktioniert, da schlagen wir zu“

Vorausgegangen war eine Ausschreibung unter mehreren Interessenten, bei der sich die Energiegemeinschaft gegen privatwirtschaftliche Versorger durchsetzte. Letzte Zweifel, ob die Genossenschaft die Herausforderung packen würde, waren schon im ersten Gespräch ausgeräumt: „Das funktioniert, da schlagen wir zu“, fasst der Aspa-Chef kurz und knapp zusammen. 15 Jahre lang soll die Energiegemeinschaft die Anlage betreiben, die sie jetzt mit einer Investitionssumme von fast 150.000 Euro errichtet.

„Wir sind gut aufgestellt, um so ein Projekt zu stemmen“

unterstreicht auch Vorstand Reinhard Knüdeler. Fachlich zur Seite steht der Energiegemeinschaft dabei Steffen Kühner von der EM Energiemanagement aus Kernen im Remstal, und die Backnanger Firma Moser GmbH besorgt die Installation. Mit einem Augenzwinkern fügte Knüdeler an, im Betrieb werde der Geschäftsführer Harald Moser selbst für eine 24-Stunden Bereitschaft sorgen - er wohnt „um die Ecke“.

Bürgermeister Ian Schölzel weist auf die Bedeutung des Projekts für die Gemeinde hin. Für Weissach als „Umwelt- und Energiekommune“, die schon wiederholt Auszeichnungen eingeheimst hat, etwa beim European Energy Award, stelle die Nahwärmeversorgung auf dem Rombold-Areal einen Meilenstein im kommunalen Klimaschutzkonzept dar. Das Thema sei schon bei den Zukunftswerkstätten von seiten der Bürgerschaft eingefordert worden. Die Gemeinde habe sich generell den Ausbau der Nahwärme auf die Fahnen geschrieben und ein Wärmekataster angestoßen, und man habe sich im Rahmen der Quartiersentwicklung über die Wärmeversorgung der Zukunft Gedanken gemacht. Ein erstes kleines Nahwärmenetz wurde im Bereich Rathaus/Bürgerhaus realisiert. Dass es bei dem wesentlich größeren Vorhaben jetzt auch klappt, noch dazu mit der örtlichen Energiegemeinschaft, darüber freut sich Schölzel besonders.

Für die künftigen Bewohner ist der Wärmeanschluss Pflicht. Gleichzeitig liefert das Blockheizkraftwerk Strom, den die Bewohner ebenfalls nutzen können, wobei hier allerdings die gesetzliche Wahlfreiheit gelte und jeder Bewohner überzeugt werden müsse. Das Angebot der Energiegemeinschaft sei aber deutlich attraktiver als das, was sonst auf dem Markt zu haben ist, sagt Benignus. Der Aspa-Chef ist deshalb überzeugt, dass sich so gut wie alle künftigen Bewohner - die ersten können voraussichtlich ab Herbst einziehen - daran beteiligen werden. Das Unternehmen leistet mit einem Zuschuss auch einen eigenen Beitrag zur Nahwärmeversorgung. Geplant ist überdies die Installation von zehn Ladestationen für die E-Mobilität.

Bei dem Vorhaben auf dem Rombold-Areal soll es aber nicht bleiben. Damit falle der Startschuss zu weiteren Projekten dieser Art, kündigt Knüdeler an. Eine Initialzündung erhofft er sich davon für die Vorhaben im Gebiet Hauäcker in Auenwald-Hohnweiler, wo fast 30 Gebäudegeplant sind, und für das Gebiet Fuchsklinge in Unterweissach, also auf dem Gelände hinter dem Edeka, im Anschluss ans Rombold-Areal. Dort sollen nach derzeitigem Stand insgesamt 19 Gebäude entstehen - größere und kleinere, vom Einfamilienhaus bis zu Mietwohnungen. Die Resonanz aus diesem künftigen Baugebiet ist laut Knüdeler bislang sehr gut.

Armin Fechter | Bericht aus der BKZ vom 17. März 2018

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