Bürgerinnen und Bürger im Weissacher Tal haben die Energiegemein­­schaft 2008 ge­­grün­­det, um Pro­­jekte zur Erzeu­gung er­neuer­­barer Ener­gien auf lokaler, regio­naler und über­­regio­­naler Ebene zu initi­ieren, zu fördern und zu betrei­ben. Als Rechts­form wurde eine „eingetragene Ge­nossen­­schaft“ (eG) ge­wählt.

Seit Februar 2017 sind 12 PV-Anlagen in den Ge­mein­den Allmers­bach im Tal, Auen­wald und Weis­sach im Tal in Be­trieb, mit einer Gesam­tleis­tung von 534 kWp. Daraus ergibt sich ein Jahres­ertrag von ca. 510.000 kWh, was einer Ein­spa­rung von 290 Tonnen CO2 entspricht.

Betei­ligt sind (Stand Januar 2018) rund 320 Mit­glieder mit einem indi­vidu­ellen Anlage­ver­mögen in der Spanne von 250 bis 25.000 Euro.

Alter und neuer Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat der Energiegemeinschaft mit alten und neuen Mitgliedern im Juni 2017 (von links):

  • Manfred Keck (ehem. Aufsichtsrat)
  • Heilwig Coelle (Aufsichtsrat)
  • Eberhard Bauer (Aufsichtsrat)
  • Bernd Hecktor (Aufsichtsrat)
  • Arndt Sanzenbacher (Technischer Vorstand)
  • Rolf Heller (ehem. Vorstand)
  • Ian Schölzel (Aufsichtsratsvorsitzender)
  • Reinhard Knüdeler (Kaufmännischer Vorstand)
  • Udo Schmülling (ehem. Vorstand)
  • Frank Müller (stellv. Aufsichtsratsvorsitzender)

Auf dem Bild fehlen:

  • Renate Edelmann (Aufsichtsrat)
  • Karl Ostfalk (Aufsichtsrat)
  • Ralf Wörner (Aufsichtsrat)

Die Geschäftsidee

Die Energiegemeinschaft Weissacher Tal ist eine Genossenschaft,  die sich die aktive Nutzung von regenerativen Energien und den Klimaschutz zum Ziel gesetzt hat. Wir initiieren und betreiben Projekte zur Erzeugung erneuerbarer Energien auf lokaler und regionaler Ebene.

Die Rechtsform der Genossenschaft wurde gewählt, um möglichst vielen interessierten Menschen vor Ort und in der Region die Möglichkeit zu geben, sich an Maßnahmen des Klimaschutzes aktiv zu beteiligen.

Unsere geschäftlichen Aktivitäten haben wir Ende 2008 mit der Installation von drei Photovoltaikanlagen auf Dächern von Gebäuden der Gemeinde Weissach im Tal gestartet. Neben Photovoltaikanlagen erstrecken sich unsere Aktivitäten inzwischen auf den Vertrieb von Strom aus nachweisbar regenerativen und regionalen Quellen und Projekte, die sich durch eine besondere Energieeffizienz auszeichnen wie zum Beispiel die Erzeugung  von Nahwärme mit einem BHKW (Blockheizkraftwerk). Dabei arbeiten wir intensiv mit der Gemeinde Weissach im Tal und den beiden anderen Gemeinden des Weissacher Tales, Allmersbach und Auenwald zusammen.

Ganz bewusst beschränkt sich der satzungsgemäße Geschäftszweck nicht nur auf die Erzeugung von Energie. Wir wollen die von uns erzeugte Energie verstärkt dort verbrauchen, wo sie erzeugt wird. Mit unseren Dachstrommodellen und unserem Angebot an Nahwärmekonzepten sind wir diesem Ziel schon ein ganzes Stück näher gekommen.

Die betriebswirtschaftliche Seite

Ohne Idealismus geht es nicht! Für die in verschiedenen Funktionen tätigen Ehrenamtlichen und die Mitglieder unserer Genossenschaft ist klar, dass bei unseren Vorhaben nicht die Gewinnmaximierung das Maß der Dinge ist. Trotzdem darf die betriebswirtschaftliche Seite nicht zu kurz kommen. Auf Dauer werden sich regenerative Energien leichter durchsetzen, wenn sie auch wirtschaftlich interessant sind. Auch wollen wir das Kapital unserer Mitglieder nicht gefährden. Die einzelnen Projekte müssen sich daher rechnen, indem sie den Rücklauf des investierten Kapitals sicherstellen und den Mitgliedern auf die eingebrachten Genossenschaftsguthaben eine angemessene Vergütung gewährleisten.

Wir verfolgen das Ziel eine langfristig gleichbleibende Dividende auszuschütten und eine  im Vergleich zu anderen Kapitalanalgen attraktive Rendite zu erzielen.

Wir sind zuversichtlich, den richtigen Weg zu beschreiten und freuen uns auf die Beteiligung möglichst vieler Bürger und Bürgerinnen aus unserer Region. Dabei müssen wir neue Mitgliedschaften derzeit noch auf den Pflichtbeitrag von 250 € begrenzen.

Künftige Entwicklung

Durch Fortschreibung des EEG (Eneuerbare-Energien-Gesetz) haben sich die Rahmenbedingungen für Energiegenossenschaften in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Viele Genossenschaften führen ihre Aktivitäten daher nur noch auf Sparflamme weiter, Neugründungen sind praktisch Fehlanzeige.

Wir sind uns bewusst, dass die Nutzung unserer derzeitigen Anlagen zeitlich begrenzt ist und wir unsere geschäftlichen Aktivitäten ausweiten und verstetigen müssen, um auf Dauer bestehen zu können. Daher haben wir uns seit 2015 verstärkt um geeignete Dächer für Photovoltaikanlagen im privaten Bereich bemüht und dieses Geschäftsfeld mit unseren Dachstrommodellen mit Eigenverbrauch auf- und ausgebaut. In diesem Zusammenhang haben wir auch seit 2016 den Status eines Energieversorgungsunternehmens erhalten. Aufgenommen haben wir 2015 ebenfalls den Öko-Stromvertrieb im Verbund mit den Bürgerwerken Heidelberg eG. 2017 haben wir mit der Übernahme der Nahwärmversorgung im neuen Rombold-Areal in Weissach unser erstes Projekt im Bereich „Wärme- und Strom-Contracting“ gewinnen können.

Unsere drei strategischen Geschäftsfelder,

  • Photovoltaik und Dachstrommodelle mit Eigenverbrauch

  • Öko-Stromvertrieb und 

  • Nahwärmekonzepte/Wärme- und Strom-Contracting

wollen wir künftig weiter ausbauen. Beim Thema Windkraft bleiben wir in Wartestellung.

Derzeit sind unsere internen Strukturen durch die ehrenamtlichen Arbeit unserer Akteure, insbesondere von Vorstand und Aufsichtsrat, geprägt. Diese Struktur führt zu personellen Risiken, die dem dauerhaften Bestand der Energiegemeinschaft entgegenstehen.

Wenn wir in diesen Geschäftsfeldern weiter wachsen wollen, müssen wir uns weiter professionalisieren. Wir müssen unser Know-How und unsere Abläufe ausbauen und uns insgesamt  mehr in Richtung eines Wirtschaftsunternehmens entwickeln.

Es ist unser strategisches Ziel, den Geschäftsumfang weiter auszubauen, um die wirtschaftliche Basis für einen professionalisierten Geschäftsbetrieb zu legen. Langfristig sichern wir damit das Fortbestehen der Energiegemeinschaft als Treiber der Energiewende und des Klimaschutzes.

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